Ein Fest für Saufnasen – Die Pflaumenblüte

Ein Fest für Saufnasen – Die Pflaumenblüte

Dieses Jahr feierten wir zu Pfingsten das fünfte Pflaumenblütenfest dieser Art, somit unser erstes Jubiläum. In den drei Tagen konnte man am Abend auf drei Bühnen verschiedene Showacts bewundern, darunter „Münchner Freiheit“, „Bell, Book & Candle“ und „Purple Schulz“, aber auch einheimische Spielmannszüge und Musikschulen. Für die Kinder gab es einige Mit-Mach-Attraktionen und „Fahrgeschäfte“, wie Hüpfburgen und Karusselle. An den diversen Ständen konnte man allerlei Leckereien probieren, wie das Pflaumenbier oder die Sonderedition des Mühlhäuser Pflaumenmuses.

Ich persönlich habe das Fest mit einigen Freunden am Samstagabend besucht. Schon ab 20.00 Uhr war es auf dem Untermarkt ziemlich voll, was sich im Verlauf des Abends nicht ändern sollte. Unterhaltungen waren alsbald nicht mehr möglich, denn die Coverband hatte ihr Programm bereits gestartet. Somit machten wir einen kurzen Schlenker durch die Masse, es wurden für den Abend übrigens mehr als 3000 Besucher erwartet, was durch die Tatsache, dass Bude an Bude gedrängt war, ziemlich eng wurde, und waren auf der Suche nach einem etwas ruhigerem Plätzchen.

Der Markt auf dem Steinweg war schon nach wenigen Minuten erreicht, allgemein konnte man eine schöne Runde von Platz zu Platz drehen. Eine Freundin von mir wohnt bloß leider recht nahe am Kornmarkt, also waren schlaflose Nächte vorprogrammiert, weshalb sich ihre Freude über meine Aussage, dieses Wochenende wird echt spaßig, stark in Grenzen hielt. Doch die Stimmung der Passanten war überschwänglich und ihre Bierbecher halb leer.

Wir selbst haben erst letztes Jahr Jugendweihen und Konfirmationen gehabt (übrigens herzlichen Glückwunsch an die diesjährigen Kandidaten) und deshalb hatten wir verständlicherweise ohnehin gewisse Erfahrungen mit Alkohol sammeln können. So ist es für unser Alter nicht gerade unüblich, zu einem Stadtfest das ein oder andere Bierchen zu genießen. Ich möchte noch einmal betonen, dass meine Gruppe in Sachen Alkohol sehr verantwortungsvoll umgegangen ist und wir zu sechst insgesamt nur 1,2 Liter Bier „konsumiert“ haben, um alle, die starke Abneigungen gegen das Ausschenken von alkoholischen Getränken an Minderjährige haben, zu beruhigen. So unmütig hat leider, und das werde ich nicht vergessen, eine junge Frau, vielleicht gerade 18, mit Partner auf das Nippen meinerseits an einer Flasche reagiert.

Zitat: „Ich kann nicht verstehen, dass sich Minderjährige in diesem Alter schon so zulaufen lassen können.“ Zitatende

Ich war über diesen Kommentar sehr amüsiert, denn das war erst mein zweiter Schluck an diesem Abend. Ich hatte sogar überlegt, der Dame diesen Fakt mitzuteilen und vielsagend auf den Cocktail in ihrer Hand zu starren, habe es schlussendlich doch gelassen, um nicht am Ende nur als Saufnase, sondern auch als freches Görr betitelt zu werden.

Dabei muss ich sagen, dass ich aus meinem Bekanntenkreis so gut wie niemanden betrunken erlebt habe, auch wenn sich das nur auf die älteren bezieht. Ich finde persönlich, dass jeder selbst seine Grenzen kennen muss und wissen sollte, wie viel man in welchem Alter verträgt, damit man nicht wie gewisse Personen endet, die schon gegen 22:00 Uhr so betrunken sind, dass sie nicht mehr geradeaus laufen können, aber das bleibt ja jedem selbst bzw. den Erziehungsberechtigten überlassen.

Insgesamt waren die Märkte recht unspektakulär und auch die Bands haben es nicht wirklich rausgerissen, denn zum Beispiel hat der Frontmann der Münchner Freiheit aufgehört und wurde durch einen neuen ersetzt. Bis ca.  21.45 Uhr haben wir uns etwas vom Geschehen abgeseilt, um dann eine erneute Runde vom Untermarkt über Kornmarkt auf den Steinweg zu machen, vielleicht hatten wir doch etwas Spannendes übersehen, wie gewisse Personen aus der Lehrerschaft, die heiter an uns vorbeiliefen, stimmts Frau …? Das Programm hatte sich nicht großartig geändert, nur der Zustand der Besucher war von angedudelt zu aufgedreht gewandert, was die Stimmung sehr überschwänglich werden ließ.

Lustig war es an diesem Abend allemal, aber ich finde, es ist so ein Fest gewesen, zu dem man schon in einer größeren Gruppe gehen sollte. Am Abend ist es einfach sicherer und macht vor allem mehr Spaß, als alleine auf der Parkbank mit einem Pflaumenbier zu sitzen und weinend Pflaumenmus in sich hineinzustopfen, was kulinarisch noch nicht einmal so schlimm wäre, schmecken tut es ja.

PS: Wart ihr auch auf dem Fest? Schickt uns gerne Fotos an unsere E-Mailadresse und sie kommen in die Galerie 🙂

Eure Nora Nelson

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2 Gedanken zu „Ein Fest für Saufnasen – Die Pflaumenblüte

  1. klar. wenn man es ruhig haben will, ambiente für nette gespräche sucht und ausreichend platz zum schlendern durch eine nicht zu überfüllte stadt: dann geht man auf ein dreitägiges stadtfest mit live-bands, imbissständen und bierbuden. nachvollziehbar…

  2. da hast du schon recht. Es ist eher was für die Leute die ausgelassen feiern, aber ich persönlich fand es ja ganz lustig und es gab ja ruhige Plätze. 🙂

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